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3. Tag: Von Rinteln über Hameln nach Bad Pyrmont

Ganz in der Nähe der Weser und später der Emmer schlängelt sich auf ebenem Grund der Radweg dahin, den wir heute befahren. Es handelt sich um die gut ausgebauten Wege des Weserradweges sowie des Emmertalradweges. Klar, dass es sich hier wunderbar radeln lässt und Gelegenheit besteht, einmal oder öfters „die Blicke schweifen zu lassen“. Es sind Bilder vom Fluss und von der Kette der Weserberge, alle im frühlingshaften Gewand, die uns Radler erfreuen.

Der Radweg vereinigt sich in Hameln, wir haben schon über die Hälfte der Tagesstrecke geradelt, mit der Weserpromenade. Rechts die Weser und links die schöne Altstadt der Rattenfängerstadt, da bietet sich ein kurzer Aufenthalt an. Wie es sich für eine Rattenfängerstadt gehört, verfügt sie natürlich über ein Rattenfängerhaus. Und es ist auch keine große Überraschung, dass das Gebäude, es stammt aus dem beginnenden 17. Jahrhundert, ebenfalls der Weserrenaissance zuzurechnen ist. Zum Haus der fetten Nager wurde es durch eine Inschrift, deren Inhalt auf das bekannte Geschehen aus dem 13. Jahrhundert verweist. Aufgeschrieben wurde die Geschichte des nicht entlohnten Rattenfängers und seiner Rachetat von den Gebrüdern Grimm.

Für weitere Kilometer bleiben wir anschließend der Weser treu und radeln entspannt auf dem ufernahen Weg. Die Mündung der Emmer, ein kleiner Fluss aus dem Westfälischen, gibt uns Radlern das Signal zum Überqueren und Verlassen der Weser. Es ist nicht mehr weit bis zu unserem Tourenziel und das ruhige und beschauliche Tal der Emmer macht das Fortkommen leicht und bequem. Immer entlang der Emmer, selbst in Bad Pyrmont brauchen wir sie nicht missen, erreichen wir den Kurpark von Bad Pyrmont. Der Kurpark ist ja nicht irgendeiner, sondern ein besonders schöner, mit einer langen Historie. Ein wenig davon sei erlaubt zu erzählen: 

Seit unbekannt langer Zeit speien die Pyrmonter Quellen gesundes Wasser und trugen auf diese Weise zum, man darf sagen, europaweiten Bekanntheitsgrad des Ortes entscheidend bei. Im 16. Jahrhundert hatte sich nämlich in Europa das Gerücht herumgesprochen, dass Pyrmonter Wässerchen alle Leiden heilen oder wenigstens lindern würden. Ein Fürst mit Namen Georg Friedrich von Waldeck-Pyrmont veranlasste im Jahre 1668 den Bau eines Brunnentempels über das heilende Wasser und ließ auch eine pflanzenbestandene Allee entstehen, die bis heute als erste Kurparkanlage der Welt gilt. Adlige aller Couleur zog es zur Quelle, um ihre Zipperlein in der angenehmen Atmosphäre des gediegenen Kurbades zu heilen.

Im Laufe der Jahrhunderte wurde der Park erweitert und bedeutende Gebäude kamen dazu. Heute ist der Park 17 ha groß und der Flair der Fürsten und Grafen ist keineswegs verzogen. Ein Spaziergang mit anschließendem Kaffeeschmaus wäre nicht das schlechteste. Eine kleine Auswahl derer, die es ebenso gemacht haben, darf genannt werden: der Große Kurfürst von Brandenburg, Zar Peter der Große, der Großherzog von Mecklenburg-Strelitz, Friedrich der Große und die allerliebste Königin der Herzen, nämlich Königin Luise von Preußen, die dreimal in Bad Pyrmont weilte, ergingen sich im Park von Bad Pyrmont. Bei so viel geschichtlicher Prominenz, denen wir eventuell bei der einen oder anderen Radtour auch schon begegnet sind, muss es sich doch um ein überaus lohnenswertes Ziel unserer Frühlingsradtour handeln.

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