Vielfältige Elbe im Frühling
Diese Radreise führt in Landschaften der Kontraste. Viele Schlösser, Bauten und schöne Gärten geben Anschauungsunterricht über vergangene Epochen. Gleich nebenan haben Braunkohlenkombinate ihre Arbeit getan und geschundene Landschaften hinterlassen. Es gibt jedoch Hoffnung für die Natur und damit natürlich auch für die Menschen. Mittlerweile sind die Braunkohlevorräte erschöpft und die Bagger stehen seit Jahren still. Es ist die Zeit der Neugestaltung, die Zeit der Bergbaufolgeprojekte, die zum Teil abgeschlossen sind bzw. in ein paar Jahren vollendet sein werden.
Bitterfeld (jetzt Bitterfeld-Wolfen) hat den Rußschleier, der sich vom Braunkohlekraftwerk in Zschornewitz über die Landschaft und die Menschen gelegt hatte, abgelegt. Schwarz und Grau ist Vergangenheit. Das Blau der neuen Seen (ehemalige Braunkohlegruben) leuchtet in der Sonne und die Menschen leuchten mit.
Nördlich dieser Region, ganz in der Nähe der Elbe, sieht es schon viel länger „freundlicher“ aus. Dafür hat ein gewisser Fürst Franz von Anhalt gesorgt, der vor über 260 Jahren die Elbelandschaft zwischen Wörlitz und Dessau in eine Parklandschaft umwandelte. Er hatte dabei das Glück, auf die architektonischen Fähigkeiten eines Jugendfreundes bauen zu können. Denn Friedrich Wilhelm von Erdmannsdorff war ein Meister seines Fachs, dem die ca. 15 Kilometer lange Parkgestaltung zwischen Dessau und Wörlitz noch nicht genügte. Er gestaltete auch den Wörlitzer Park mit seinem Schloss, mit Brückchen, mit Fantasiegebäuden und verzweigten Wegen zu Wasser und auf dem Land.
Die flachen Elbauen prägen die Landschaft. Breit ist die Elbe und im Frühjahr wird sie noch breiter. Keine Probleme hat sie mit dem vielen Frühjahrswasser. Denn Platz zum Ausdehnen ist genug da. Jedoch ändert sich die Situation, je weiter die Reise gen Dresden geht. Vor Meißen steigt - zunächst nur leicht - die Landschaft links und rechts der Elbe an. Ihr Bett wird eng und enger. Die Hänge zeigen manchmal sogar einen felsigen Charakter und es gedeiht auf ihnen ein guter Wein. Meißener Wein ist unter Kennern begehrt, besonders unter solchen, die einen trockenen bevorzugen. Unten, am dahineilenden Fluss, sieht man weinverarbeitende Betriebe und auch diverse Weinstuben. Welch ein Kontrast zu den Wörlitzer Elbauen und den durchgewühlten Landschaften im Norden der Dübener Heide (Bitterfeld).
Dresden, am Ende dieser Radtour, setzt den stärksten Kontrastpunkt. Es ist eine beeindruckende Stadt, der August der Starke am Ende des 17. Jahrhunderts seinen Stempel aufgedrückt hat.
Obwohl der Zweite Weltkrieg hier in seiner schlimmsten Form gewütet hat, ist es den Dresdenern gelungen, die Trümmer zusammenzutragen und aus den Resten der alten historischen Gebäude das herrliche Ensemble um das Dresdener Schloss in neuem Glanz auferstehen zu lassen. Die Semperoper, der Zwinger, das Schloss mit der Schlosskirche, die neu erstandene Frauenkirche und vieles mehr wird jeden Besucher beeindrucken und berühren.
| Zurück: Vom Steinhuder Meer zum Kurbad der Fürsten | Weiter: Samstag: Durch das neue Bitterfelder Seenland und weiter nach Wörlitz |
Home