3. Tag: von Hollern-Twielenfleth über Stade ins Kehdinger Land
Nochmals steuern wir Stade an, durchradeln den Hafenbereich der alten Hansestadt und sind unterwegs auf dem Elberadweg, der jetzt norderwärts in Richtung Elbdeich führt. Entlang des Elbdeiches lässt es sich herrlich radeln. Ab und zu öffnet sich der Deich und gewährt den Radlern einen Blick zum immer breiter werdenden Elbstrom. Wir passieren den alten Stader Außenhafen Abbenfleth und bald darauf die Festungsanlage „Grauer Ort“. Im 19. Jahrhundert ließen die Preußen sich diesen „Sechsstern“ zum Schutz vor feindlichen Schiffen und zum Schutze Hamburgs einfallen. In Kriege wurde diese Festung nie hineingezogen und die vielen Kasematten der Anlage haben nie einen Gefangenen gesehen. Doch zurück zum Elberadweg, der uns noch ein Stück geleitet. Dann soll es aber genug sein und wir biegen westwärts ab. Es zieht uns ins Moor!
Hier im Kehdinger Land gibt es viele Moore und eines davon, das Königsmoor, wollen wir uns näher ansehen. Der Sackgassenweg dorthin führt bis an den Rand und weiter geht es nur zu Fuß in Gummistiefeln. Da wir solche nicht dabei haben ist es doch ein Glück in den „Moorkieker“-Express umsteigen zu können. Wir werden auf eine Moorerkundungsreise mitgenommen. Das wird bestimmt interessant, denn das Moor lebt und wir rollen tief hinein. Nebeliges Wetter wünsche ich uns allerdings nicht. Man könnte dann doch auf gruselige Gedanken kommen. Zu einem intakten Moor gehört auch das Wollgras, und wie ich las, blüht es gerade im April und Mai. Wenn wir Glück haben, dann gibt es neben der Apfelblüte auch die Wollgrasblüte. Wäre doch wunderbar! Auf der anderen Seite des Moores entsteigen wir dem Moorkieker und spüren bald wieder den sicheren Halt unserer geliebten Weggefährten. Dass es hinterm Moor so ein schönes Dorf mit schönen Gehöften und viel Platz geben könnte, konnte man nicht vermuten. Aber es ist so. Irgendwo steht unser Picknicktisch und das ist höchstwillkommen, denn es ist schon längst Mittagszeit.
Die letzten Kilometer dieser sehr abwechslungsreichen Radtour radeln wir locker nach Hause. Bald ist die Oste (ein ausgewachsener Fluss mit Schiffsverkehr) erreicht und schon kommt der Fährkrug in unser Blickfeld. Der Name hat es schon verraten: Wir nehmen die Fähre über die Oste und radeln wenige Meter zur Bahnstation Hemmoor und unsere Radtour durch das Alte Land ist viel zu früh zu Ende. Noch ein Wort zur Fähre: So eine hatten wir noch nie. Es ist eine Stahlkonstruktion, die sich über den Fluss erstreckt. An Stahlseilen hängt eine hölzerne Terrasse, auf der man über die Oste schwebt.
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