5. Tag: Rühstädt - Tangermünde
Rühstädt trägt den Zusatz „Storchenreichstes Dorf Deutschlands“. Ein schmückender Beiname, der zu stimmen scheint. Hier im Dorf dreht sich fast alles um die Adebare. Sie sitzen auf den Dächern, stolzieren morgens über die Dorfstraße und klappern am Abend um die Wette. Es gibt einen Verein der Storchenfreunde, die gerne ihr Wissen an Naturfreunde weitergeben und auch Anschauliches über die Störche und andere Bewohner der Elbauen zu bieten haben. Ein kleiner Griff in die Storchenstatistik des Jahres 2000 sei erlaubt: Der kleine Ort – 280 Einwohner – beherbergt über 40 Horste. 39 Nester waren von einem Storchenpaar besetzt und 32 Paare durften sich ihrer Kinder erfreuen und brachten es auf insgesamt 85 Jungstörche. Häuser in diesem Dorf, deren Dächer keine Storchennester tragen, sind rar. Wenn wir im Juli/August in Rühstädt sind, dann sind die Jungstörche schon flügge und denken schon an den großen Aufbruch in den Süden.
Wir unternehmen an diesem Morgen zunächst einen geführten Spaziergang, wobei natürlich unsere Freunde im Mittelpunkt stehen.
Dann beginnt unsere heutige Tour, die zunächst in das schöne Städtchen Havelberg führt. Es ist ein Mittagsaufenthalt und eine Dombesichtigung vorgesehen. Per Gierfähre wird anschließend die Elbe überquert und durch weites Auenland radeln wir nach Tangermünde. Zwei Nächte und Tage bleiben wir in dem wunderschönen Städtchen, in dem man sich gleich wohl fühlt und auskennt. Die Stadt wurde 1368 Mitglied der Hanse und erlebte im 15. Jh. ihre wirtschaftliche Blütezeit. Auf engstem Raum stehen die Gebäude aus dieser Zeitepoche und werden von einer fast vollständig erhaltenen Stadtmauer umschlossen.
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