6. Tag: Zum Nationalpark „Weeribben“ und über Blokzijl nach Giethoorn zurück
Die Grachten des Vortages noch im Sinn radeln wir gemütlich am Nordrand des Nationalparks entlang zu dem kleinen Ort Ossenzijl. Hier biegt unser Weg scharf ab und schon sind wir an der „Kalenberger Gracht“. Sechs Kilometer nur Staunen und Bewunderung für diese Herrlichkeit werden folgen. Ist das die schönste Gracht der Tour? Kann schon sein, aber für ein endgültiges Urteil ist es noch zu früh. Es kommen noch die Giethoorner! Nach weiteren Radelkilometern erreichen wir Blokzijl, eine typische niederländische Kleinstadt. Auch hier dreht sich fast alles um das Wasser und es gibt einen wunderschön anzusehenden Hafen direkt in der Stadtmitte.
Später setzen wir per Fähre über den Wasserzulauf zum Giethoornse Meer und radeln dann entlang der Cornelisgracht nach Giethoorn hinein. Dort mündet sie in die Doorpsgracht. In Giethoorn selbst wollen wir uns etwas länger aufhalten, um in Ruhe die besonderen Eindrücke aufnehmen zu können.
Viele Giethoorner wohnen an der Doorpsgracht, die den gesamten Ort durchläuft. Dem Radlerauge wird viel geboten: die Gracht mit ihren Zufahrten und Brückchen, der sich windende Fietspad und – nochmals – die Häuschen, die die Blicke so manches Mal auch in die Wohnstube der Niederländer locken, denn es gibt keine Gardinen vor den Fenstern und man hat freie Sicht ins Haus und durchs Haus bis in den Garten.
Woher kommt eigentlich der Name Giethoorn? Wie ich las, ging das folgendermaßen: Einwanderer aus dem Mittelmeerraum, auf der Flucht vor der Pest bzw. weil sie wegen ihrer Religion verfolgt wurden, ließen sich hier Anfang des 13. Jahrhunderts nieder und begannen, das Ödland zu bearbeiten. Dabei wurden große Mengen Hörner gefunden, die von wilden Ziegen stammten. Es wird angenommen, dass sie bei der großen Sint-Elisabeth-Flut im Jahre 1170 ertrunken sind. Dabei kamen die Neusiedler auf die Idee, ihre Ansiedlung „Geytenhoren“ zu nennen. Später wurde daraus „Geythorn“ und zuletzt Giethoorn.
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