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5. Tag: Von Hoog Soeren nach Giethoorn

Noch ein Mal sehen wir an diesem Morgen ausgedehnte Wälder und Heideflächen. Wir radeln in nordwestlicher Richtung zur Bahnstation Nunspeet, um den Zug nach Meppel zu besteigen. Der Zug trägt uns in eine andere Landschaft. Wir steigen aus und sehen bald weites Marschenland, in dem das Element Wasser allgegenwärtig ist. Heute und morgen durchradeln wir die Naturschutzgebiete „De Wieden“ und den Nationalpark „Weeribben“, die ein Kontrastprogramm zu den gelderländischen Landschaften darstellen. Zusammen bilden sie das größte Tieflandmoorgebiet in Nordwest-Europa - ein Relikt der vorletzten Eiszeit, die Landmassen ausschürfte und an anderen Stellen Bodenwälle hinterließ. Zwischen den Bodenstauchungen in den tiefer gelegenen Regionen entstanden Feuchtgebiete, die nach und nach versumpften. Absterbende Pflanzen bildeten die Grundlage zur Torfentstehung.

Dem Torfabbau und dem Abtransport – deren Mühe wir uns sicher kaum vorstellen können – verdanken wir heute diese herrliche Landschaft. Es entstanden weitläufige Wasserflächen und die vielen Grachten. Wann wird aus einem Kanal eine Gracht? Die Antwort scheint zu sein: Viele kleine Wassergrundstücke mit Puppenstübchenhäuschen darauf entlang eines Wasserlaufes lassen aus ihm eine farbenprächtige und lebendige Gracht werden. Sind die Wasserlandschaften für sich genommen schon ein Augenschmaus, so setzen diese Grachtenhäuschen dem Ganzen die Krone auf und schaffen ein harmonisches Gesamtbild.

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