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2. Tag: Von Boltenhagen nach Graal-Müritz

Der Badeort Boltenhagen ist das zweitälteste Seebad Ostdeutschlands und dem Mecklenburgischen Heimatdichter Fritz Reuter gefiel es hier immerhin so gut, dass er des Öfteren hier zu Gast war. Bereits im Jahre 1803 ließ die Grafenfamilie von Bothmer am Boltenhagener Strand den ersten Badekarren aufstellen. Platz dafür war genug vorhanden, denn der Sandstrand hat eine Länge von 4 km und es war nicht viel los. Heutzutage sieht das schon anders aus, denn die Sommergäste strömen aus den nahe gelegenen Städten zu den Ostseewellen. Gastronomie und Hotelwirtschaft prägen das sommerliche Bild und an einer Seebrücke fehlt es auch nicht.

Diese erste Etappe des Tages führt uns zunächst in die Hansestadt Wismar, die Anschauungsunterricht in Sachen norddeutsche Backsteingotik gibt. Wir werden Zeit haben, um den beeindruckenden Markplatz zu sehen. Dann geht es aber zur Bahn, denn bis Doberan greifen wir auf ihre Dienste zurück. In Bad Doberan wechseln wir nur den Bahnsteig und steigen in die Schmalspurdampfeisenbahn mit dem Namen „Molly“ um. Vor 120 Jahren wurde mit dem Bau der Eisenbahn begonnen. Zunächst bis nach Heiligendamm und später dann bis Kühlungsborn konnte man ab Doberan mit ihr reisen. Sie fährt mitten durch die Häuserreihen von Bad Doberan und mehr als 40 Stundenkilometer sind nicht drin. Das ist heute auch noch so. Heiligendamm, die Weiße Stadt am Meer und erstes deutsches Ostseebad überhaupt, ist Aussteigestation für uns, denn ab hier darf wieder geradelt werden. Der wunderbare Weg läuft direkt in der Nähe der Ostsee und führt uns noch vor dem Erreichen von Warnemünde durch den „Gespensterwald“ und durch die Wälder des Großen und kleinen Wohld.

Hier bekommen wir auch die „Windflüchter“ zu Gesicht. Es handelt sich um zerzauste Kiefern, die manchmal nur noch eine Krone und einen glatten Stamm haben, deren Blätter und Zweige, dem Wind gehorchend, in östliche Richtung zeigen. Am späten Mittag sind wir dann in Warnemünde. Hier ist viel Betrieb. Die Flaniermeile der Warnemünder, „Am Strom“, sollten wir auch nicht auslassen, zumal es Fischbrötchen und andere Leckereien zu kaufen gibt. Nun wird die Seite gewechselt, d.h. mit der Flussfähre über die Warnow, auf wunderschönen Wegen durch die „Rostocker Heide“ und mit Graal-Müritz erreichen wir unseren Gastgeber der nächsten Tage.

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