7. Tag: In Dresden und per Rad zum Schloss Pillnitz
Wir erleben heute mit Dresden einen besonderen Tag. Denn was diese Stadt – trotz der Zerstörungen des letzten Krieges – an historischen Gebäuden zu bieten hat, ist sehr beeindruckend. In der Nähe der Semper-Oper treffen wir unsere Begleitung zu einer Führung durch diese außergewöhnliche Stadt. Zwei Stunden dauert der Rundgang und alle wichtigen Gebäude werden uns gezeigt. Neben der Semperoper und dem Zwinger werden wir auch das Schloss – d.h. diejenigen Teile des Schlosses, die inzwischen wieder hergerichtet sind – sehen. Auch die jetzt neu erstandene Frauenkirche, die der Bombennacht des 13. Februars 1945 zum Opfer fiel und seit 1993 wieder aufgebaut wurde, gehört natürlich zu diesem Rundgang. Dabei ist uns klar, dass es sich bei dieser Stadtführung nur um ein flüchtiges Seherlebnis handeln kann. Kurzweilig und beeindruckend ist sie auf jeden Fall.
Der Schriftsteller Erich Kästner, ein gebürtiger Dresdener, spricht von einem Dreiklang zwischen der Geschichte, Kunst und Natur, wenn er an Dresden und Umgebung denkt. An die Elbtalhänge, die uns ja schon ab dem Schloss Seußlitz begleiten, auf deren Höhen sich Weinberge und schön anzusehende Elbschlösser und Herrenhäuser befinden, mag er dabei auch gedacht haben. Vor dieser Kulisse radeln wir aus Dresden hinaus und erreichen nach ca. 10 Kilometern (schon) einen weiteren Augenschmaus. Schon zu Zeiten August des Starken machte man große Geschenke, und dem Kurfürsten schien es angebracht, einer seiner liebsten Mätressen (der Gräfin Cosel) das Schloss Pillnitz zu schenken. Die Schlossanlage besteht aus dem Wasser- und dem Bergpalais, sie sind spiegelbildlich angeordnet, und dem später entstandenen Neuen Palais. Der Hofbaumeister des Kurfürsten, Matthäus Daniel Pöppelmann, erstellte die Pläne für das Berg- und Wasserpalais. Leichte und elegante Heiterkeit sollte die Anlage einschließlich des Parks ausströmen, und das ist auch gelungen.
Nach der Besichtigung und dem Ergehen im Park wäre doch eine Dampferfahrt auf der Elbe nicht zu verachten. Bis zum Anleger in Dresden dürfen wir die Beine ausstrecken und uns wieder an der Elbhangkulisse erfreuen. Ein letztes Mal besteigen wir heute unser Rad und fahren zurück zu unserem Hotel in Wildberg.
Über die Frauenkirche:
Die Vorgängerkirche – Zu unseren lieben Frauen – stand bis 1727 hier am Neumarkt. Sie genügte den Ansprüchen nicht mehr, war auch baufällig geworden, und so beschloss der Rat der Stadt den Neubau.
Ratszimmermeister Georg Bähr erhielt 1722 den Auftrag zum Neubau der Kirche. Er hatte sich durch den Bau der Kirchen in Forchheim, Schmiedeberg und Loschwitz einen Namen gemacht. Nach mehreren Entwürfen begann man 1727 mit den Arbeiten. Neben Bähr waren Johann Gottfried Fehre und Johann Georg Schmid entscheidend am Bau beteiligt. Inspiration holte sich Bähr von den Kuppelbauwerken in Rom und Florenz. Mit einer Höhe von 95 Metern und einem Kuppeldurchmesser v. 23,5 Metern entstand eines der eindrucksvollsten Kirchenbauwerke damaliger Zeit.
Ohne wesentliche Schäden überstand die Kirche die Bombenangriffe vom Februar ‘45. Die wütende Feuersbrunst, die das gesamte Stadtzentrum erfasst hatte, drang auch in die Kirche ein und zerstörte die prachtvolle Ausstattung, das Gestühl und die Holzemporen. Nach 36 Stunden Feuer konnten die zermürbten Pfeiler die schwere Steinkuppel nicht mehr tragen und der mächtige Bau brach schließlich zusammen. Heute, nach 55 Jahren Ruinenschlaf, ist sie auferstanden. Es ist eine prächtige Kirche geworden, die in Dresdens Sonne mit den anderen Prachtbauten der Stadt ein einzigartiges Ensembles darstellt.
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