Historische Stätten und Versöhnung mit der Natur
Diese Radreise führt in Landschaften der Kontraste. Viele Schlösser, Bauten und schöne Gärten geben Anschauungsunterricht über vergangene Epochen. Gleich nebenan haben Braunkohlenkombinate ihre Arbeit getan und geschundene Landschaften hinterlassen. Es gibt jedoch Hoffnung für die Natur und damit natürlich auch für die Menschen. Mittlerweile sind die Braunkohlevorräte erschöpft und die Bagger stehen seit Jahren still. Es ist die Zeit der Neugestaltung, die Zeit der Bergbaufolgeprojekte, die zum Teil abgeschlossen sind bzw. in ein paar Jahren vollendet sein werden. Neue Landschaften mit begrünten Hügeln (Abraumhalden) sind entstanden, und die Seen verheimlichen erfolgreich ihr erst kurzes Dasein.
Durch- und umströmt wird die Landschaft von der Elbe, deren Gesundheitszustand zum Glück immer besser wird. Lag sie in den 80-iger Jahren auf der ”Intensivstation”, so reicht jetzt die normale stationäre Behandlung, so ein Elbebiologe. Die Elbe ist von Begradigungen und Kanalisierungen verschont geblieben, sie verläuft in ihrem natürlichen Bett. Das gilt allerdings nicht für die Städte, die sich in den letzten Jahren oft mit ungeheuren Wassermassen konfrontiert sahen. Die Wiesen und Auenwälder entlang des Flusses, oft auch einzelne Eichen, Weiden oder Pappeln, stehen im Frühjahr unter Wasser und machen aus dem Strom eine Seenplatte. Mit dem Biosphärenreservat ”Mittlere Elbe”, es ist eines von 12 von der UNESCO anerkannten Schutzgebieten und verläuft etwa zwischen der Saalemündung bei Barby, der Lutherstadt Wittenberg und dem Naturpark ”Dübener Heide”, wartet eine herrliche Natur auf Entdeckung. Entdeckt hat sie bereits der Biber, der hier zuhause ist.
Reichlich mit geschichtsträchtigen Stätten ist die Radroute ”gespickt”: das Dessauer Bauhaus gewährt Einblicke in die Architektur der 30-iger Jahre, im Dessauer-Wörlitzer Gartenreich haben Fürst Franz von Anhalt und der Architekt Friedrich Wilhelm v. Erdmannsdorff ihre Inspirationen, die sie auf Bildungsreisen durch Europa sammelten, verwirklicht, und in Wittenberg geißelte Martin Luther Anfang des 16. Jh. den Sündenerlass per Kauf eines Ablassbriefes. Abwechslung wird dem Radler geboten, und auch die Renaissancestadt Torgau und die Porzellanstadt Meißen machen die Aufzählung nicht vollständig. Ein Höhepunkt der Tour wird sicher auch Dresden sein. Zurückversetzt in die Barockzeit des 17. Jahrhunderts, so können sich Besucher der Stadt fühlen.
Auf ebenen Wegen geht es zwischen all diesen Sehenswürdigkeiten dahin. Genutzt werden weite Abschnitte des Elberadweges - er ist asphaltiert bzw. hat einen gebundenen Untergrund - und feste Waldwege im Bereich der Dübener Heide. Steigungen sind, abgesehen von kleinen, kurzen Hügeln in der Dübener Heide, nicht gegeben, und da es sich auf den schönen Wegen an der Elbe so gut radeln lässt, ist es eher eine leichte Tour.
Mit dabei ist natürlich auch wieder der Begleitbus, der stets freudig begrüßt wird. Seinem Fahrer ist es eine große Freude, die Radler mit Getränken, Obst, Keksen zu versorgen und so gestärkt auf die weiteren Radelkilometer zu entlassen. Der Bus ist auch so eine Art Mobilitätsgarantie, denn man kann auch einmal in ihn umsteigen.
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