Home Über uns Touren Kontakt

3. Tag: Vom Barnimer ins Ruppiner Land

Unsere heutige Reise führt weg vom Barnimer Land. Wir sind unterwegs in die Grafschaft Ruppin. Es schmeckt schon ein wenig nach den Preußen und da kommt das Schloss in Oraninenburg, dem wir an diesem Vormittag unsere Aufwartung machen wollen, wie gerufen.

Der Schönheit der niederländischen Prinzessin Louise Henriette aus dem Königshaus von Nassau-Oranien erlag der brandenburgische Kurfürst Friedrich Wilhelm. Die Liebe führte zur Hochzeit und später zur Übertragung der Domäne Bötzow an Louise Henriette.  Voller Tatkraft, wie es scheinbar nicht unüblich unter Oranier Prinzessinnen  der damaligen Zeit war, machte Henriette sich ans Werk und ließ ein schönes Schloss, natürlich im holländischen Stil, errichten. Der Name: Oranienburg; er wurde später auf die gesamte Stadt übertragen. Niederländische Fachleute wurden ins Land geholt und die Landwirtschaft wurde auf niederländisches Niveau angehoben. Sehr vorteilhaft wirkte sich das Tun der Kurfürstin für Oranienburg und dessen Umgebung aus und Brandenburg-Preußen nahm von nun an eine rasante Entwicklung. Dazu trug auch ein Sprößling des Kurfürstenpaares bei. Denn mit der Selbstkrönung des brandenburgischen Kurfürsten Friedrich III  zum ersten König von Preußen – jetzt nannte er sich Friedrich I – wurde Preußen im Jahre 1701 begründet.Übrigens muss Louise Henriette ihrer Schwester in den Niederlanden sehr von Brandenburg vorgeschwärmt haben, denn Henriette Catharina, so der Name der Schwester, heirate einen Fürsten aus Anhalt-Dessau und zog in die Nähe von Dessau. Dort ließ sie ebenfalls ein niederländisches Barokschloß errichten und genau wie zuvor aus Bötzow Oranienburg wurde, wurde aus Nischwitz Oranienbaum.

Der Radelweg nach Oranienburg führt uns durch den Ort Zühlsdorf und anschließend durch das moorige Bachtal der Briese. Wunderschöne Natur entlang des schmalen Wasserlaufes erwartet den Radler. Per Zug – nach der der Schlossführung – überwinden wir die Strecke nach Gransee und steigen wieder auf die Räder. Allerdings, wir kommen nicht weit, denn auf dem Markt steht ein monumentales Denkmal, das Aufmerksamkeit verdient.

Im Jahre 1810 und damit ca. hundert Jahre nach der Krönung des ersten preußischen Königs, war die berühmte preußische Königin Luise im Alter von 34 Jahren im mecklenburgischen Hohenzieritz verstorben. Mit der Kutsche wurde die tote „Königin der Herzen“ in tagelanger Fahrt und bei glühender Sommerhitze nach Berlin überführt. Der Leichenzug traf am Abend des ersten Tages in Gransee ein, wo er schon an der Stadtgrenze von Vertretern der Stadt feierlich erwartet wurde. Der Leichenwagen wurde zum zentralen Platz von Gransee geleitet und verblieb hier, von einem großen Zelt überdacht, für die Nacht. Zur Erinnerung an diese Julinacht wurde seitens der Stadt und des Ruppiner Kreises das „Luisen-Denkmal“ errichtet. Karl-Friedrich Schinkel entwarf es und die Berliner Königliche Eisengießerei führte es aus. Auf ein Fundament wurde ein Sockel aus Stein gesetzt, auf dem ein Sarg ruht, der von einem Baldachin beschützt wird. Der Baldachin wird von Säulen getragen.

Die Gegend um Berlin herum ist natürlich voll von Spuren aus der Preußenzeit. Man könnte weiter fortfahren. Doch jetzt denken wir ans Radfahren und die vor uns liegenden Strecken macht diese Fortbewegungsart mal wieder zum reinsten Vergnügen. Beispiel gefällig?! Am Nordufer des Wutzsees, bei Lindow, verläuft ein herrlicher Buchenwaldweg, der nicht nur leicht zu radeln ist, sondern die schönsten Blicke auf den etwas unten liegenden See bereit hält. Dieser Weg ist ein Muss und einer der schönsten der Tour. Ab Lindow beginnt dann der neue Komfortweg, der uns bis Rheinsberg begleitet und keine Wünsche offen lässt.

Zurück: 2. Tag: Durch die Wandlitzer SeenplatteWeiter: 4. Tag: Von Rheinsberg zum Stechlinsee und zurück nach Rheinsberg