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2. Tag: Durch die Wandlitzer Seenplatte

Nicht weit von Berlin entfernt errichtete die DDR eine abgeschirmte Siedlung für ihre obersten Funktionäre. Die Siedlung, bekannt unter der Bezeichnung „Waldsiedlung Wandlitz“, liegt im tiefen Wald, und zu DDR-Zeiten sollte eine zwei Meter hohe Mauer den Bewohnern, zu denen z. B. Otto Grotewohl, Walter Ulbricht, Honecker, Stoph, Mielke und Krenz gehörten, Sicherheit geben. Man fragt sich, vor wem. Wenn man durch den Wald radelt, denkt man überhaupt nicht an eine solche Ansiedlung, zumal nichts darauf hindeutet. Nur diese überaus breite Betonstraße, die von Wandlitz aus in den Wald führt, gibt dem Ahnungslosen Rätsel auf. Hier haben sie also gewohnt, die Verantwortlichen des Geschehens, deren Spuren wir gestern deutlich vor Augen hatten.

Es sind nur wenige Radelmeter zur Waldsiedlung und die Führung durch diese Anlage wird diesen bedrückenden Teil unserer Radreise – auch weil es erst wenige Jahre zurück liegt – beschließen. Ab sofort schauen wir in die Natur und schon bald sind die Gedanken frei für alles, was sie zu bieten hat. Wir radeln durch Wandlitz, schauen über den See und sind unterwegs in der Wandlitzer Seenlandschaft. Eine Siedlung mitten im Wald, gelegen am Bogensee, verursacht fragende Gesichter, zumal nicht zu übersehen ist, dass die Natur seit vielen Jahren versucht, dass Vergangene zu überdecken. Für Aufklärung wird gesorgt.S Hiernach reißt der Wald bald auf und die Landschaft weitet sich. Die lieblichen Täler des Biesenthaler Beckens erfreuen den Naturliebhaber und der Super-Radweg (Fernweg Berlin-Usedom) lässt ihn dahin gleiten. Bevor es zum Hotel zurück geht, haben wir noch etwas Schönes vor: Kaffee und Blechkuchen am Nachmittag ist nicht zu verachten! Unser Garten-Cafe liegt mitten im Liepnitzsee, allerdings auf einer kleinen Insel, deren Namen, „Großer Werder“, wie Musik in den Ohren der Bremer klingt. Übrigens sei noch erwähnt, dass eine kleine Fähre seit Jahrzehnten ihren Dienst tut und auch uns wird sie hilfreich zur Seite stehen.

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