5. Tag: Nach Oberammergau und zum Schloss Linderhof
Um nach Oberammergau zu kommen, wählen wir den bequemen Bahnweg. Das bedeutet, in einer Dreiviertelstunde bringt uns die Eisenbahn dorthin. Ab hier drehen wir eine Runde durch ein liebliches Hochtal und sehen dabei, vielleicht etwas schmunzelnd, auf die mächtigen Berge rings um uns herum. Unsere lässige Gemütslage verdanken wir der Tatsache, dass wir sicher sein können, die Berge können uns nichts anhaben. Vollkommen eben geht es vor einer beeindruckende Bergkulisse dahin und unserem Tagesziel entgegen.
Der „Märchenkönig“ Ludwig besaß drei Schlösser, von denen das Schloss Neuschwanstein sicher das bekannteste ist. Wir sind heute im schönen Graswangtal, das schon von Ludwids Vater (Max II) bevorzugt wurde. König Max ließ ein hölzernes Jagdschlösschen errichten, um von hier aus die Landschaft in vollen Zügen erleben zu können bzw. auch dem Wild nachzustellen. Sein Sohn - der Thronfolger - soll oft an seiner Seite gewesen sein.
Grund genug für Ludwig II., an dieser Stelle seinen architektonischen Fantasien freien Lauf zu lassen. Von 1874 bis 1878 ließ er Schloss Linderhof mit Park und vielen verspielten Nebengebäuden entstehen. Das alte Jagdschlösschen seines Vaters (das so genannte Königshäuschen) wurde dabei, weil es an dieser Stelle störte, einfach 200 Meter zur Seite geschoben und, Holzverkleidungen waren damals noch nicht modern, in eine Steinhülle gezwängt.
Schloss Linderhof, Ludwigs liebstes Schloss, interessiert auch uns Radler. Auch weil ein schöner Park dabei und die Natur hier einfach wundervoll ist, unternehmen wir einen geführten Rundgang.
Dann bemächtigen wir uns aber wieder unserer Räder und radeln entspannt einen anderen Weg durchs stille Tal zurück nach Oberammergau.
Nicht so eilig wollen wir dann unseren Radelweg fortsetzen. Denn Oberammergau, der Ort in dem alle zehn Jahre die Passionsspiele statt finden, ist einen Besuch wert. Übrigens stecken die Menschen hier zur Zeit im Vorbereitungsfieber für die nächsten Passionsspiele, die im nächsten Jahr über die riesige Bühne des Ortstheaters gehen sollen. 2500 Menschen des Ortes, alt und jung, möchten mitspielen und gerne eine der 120 Sprechrollen des Spektakels übernehmen.
Der Zug hat uns raufgetragen nach Oberammergau und ins Graswangtal. Die Räder tragen uns jetzt zurück. Fast nur abwärts - bis auf zwei kleinere Nebenhänge - geht die Reise zu unserer schönen Bleibe am Riegsee. Denkt man an die offene Almlandschaft mit den Blicken über wellige, bestimmt blühende, Wiesen, denkt man an den wunderbaren Uferweg des Staffelsees, dann gerät man unweigerlich ins Schwärmen und freut sich schon jetzt auf diesen Abschnitt der Tour.
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