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3. Tag: Vom Ammersee zum Riegsee

Bequem, mit einem Bus, erreichen wir das Kloster Andechs, die erste Station dieses Radeltages. Doch nicht der Biergarten, der hat zu dieser frühen Stunde sowieso geschlossen, ist unser Ziel, sondern die prunkvolle barocke Wallfahrtskirche des Klosters wollen wir uns ansehen und mittels einer Führung erklärt bekommen. Dann kommen unsere Räder und wir selbst zum Einsatz. Nach kurzer Fahrt haben wir den Starnberger See erreicht. Auf dem wunderbaren, ufernahen Radweg geht es am Westufer in Richtung Süden dahin. Wir durchradeln dabei die Ortschaften Possenhofen und Feldafing, die immer noch im Zeichen der bayrischen Herzogin Elisabeth (bekannt als Sissi) stehen. Einen Großteil ihrer Kindheit verbrachte sie im Possenhofener Schloss. Doch viel zu früh ging die Kindheit dahin, denn schon mit 15 Jahren hielt ein gewisser Franz-Josef, seines Zeichens Kaiser von Österreich, um ihre Hand an. Elisabeth konnte oder durfte nicht widerstehen und fand sich am Wiener Hof wieder. Wir befinden uns auf unseren Rädern und radeln jetzt durch den wundervollen Feldafinger Park, der auf Initiative von König Max II. (Vater des Märchenkönigs Ludwig II.) Wirklichkeit wurde. Interessant ist dabei, dass er sich der Dienste des preußischen Gartenbaumeisters Peter-Josef Lenné bediente. Auch die nur einen Sprung vom Ufer entfernte kleine Roseninsel, auf der sich angeblich Sissi mit ihrem Großcousin Ludwig II. manchmal getroffen haben soll, gestaltete Lenné. Wie der Name schon sagt, ist die Insel für Rosenliebhaber ein lohnendes Ziel.

Schöne, interessante Landschaften werden uns heute und nicht nur heute geboten. Dort, wo der Starnberger See endet, wo er schilfig verlandet und noch ein Stückchen weiter beginnen die Osterseen. Eine herrliche stille Landschaft mit Wiesen hinunter zum See und Blicken übers Wasser hinüber zu den Alpen. Zwanzig kleinere Seen haben sich versammelt. Man lässt sie in Ruhe, überlässt sie den Wasservögeln und den Pflanzen. Es ist das Beste, was der Mensch tun kann.  Der Fachmann spricht von einer Eiszerfallslandschaft.  So genanntes Toteis, von Schutt und Erdmassen zugedeckte Eisblöcke der letzten Eiszeit, die dann später als die übrigen Gletscher abschmolzen, ließ die Seen entstehen. Bayern verlieh 2006 das Gütesiegel „Bayerns schönstes Geotop“. Wir verleihen den Osterseen den Titel: Ruheoase der Güteklasse A.

Noch die Osterseen vor dem geistigen Auge, erblicken wir nach nur 10 Kilometern den nächsten See. Genauso lieblich, nur ein wenig größer, liegt er da im bayrischen Bilderbuchland. Nur noch ein paar Pedaltritte und wir haben unsere gemütliche bayrische Bleibe zwischen Rieg- und Froschhauser See erreicht.

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